Fleischesslust

Wie Tierwohl und Transportfreiheit möglich sind

Tierwohl
Tierwohl

„Der Mensch, der die menschlichen Gefühle nicht ersticken will, muss sich den Tieren gegenüber mit Güte verhalten; weil der, der unmenschlich gegenüber den Tieren ist, auch hart mit dem Menschen wird. Wir können die Seele eines Menschen an der Verhaltensweise gegenüber den Tieren erkennen.“ (Kant, 1798)

Daher ist uns Tierwohl besonders wichtig. Dabei achten wir darauf, dass mit den Tieren herzlich umgegangen wird und ohne sie nur wie Nummern zu behandeln. Aus unserer Sicht ist dies in konventioneller Landwirtschaft, ohne dabei die Landwirte selbst zu verurteilen, mit der heutigen Handelspolitik nicht mehr möglich. Bei geringsten Handelspreisen und Druck durch Supermarktketten ist ein nachhaltiger Umgang aufgrund des Erfordernisses von Massentierhaltung nicht mehr möglich. Selbst Biolandwirtschaften tun sich in so einem Umfeld schwer, wenn auch hier zumindest einigermaßen fairere Preise für den Mehraufwand bezahlt werden als in der konventionellen Landwirtschaft.

Rinder entwickeln im Laufe ihres Lebens immer mehr Geschmack, deshalb bevorzugen wir Fleisch erwachsener Rinder - je älter, desto besser. Ausserdem haben diese Kühe schon ein sinnvolles Leben gehabt, indem sie das gemacht haben, wozu Kühe geschaffen sind, nämlich Kälber bekommen und Milch geben. Sie haben nicht allein des Fleisches wegen gelebt. Die Bio-Tierhaltung gewährleistet ein großes Maß an Tierwohl und Artgerechtigkeit durch Laufstallhaltung, Auslauf und Weide. Auch auf eine vielfältige, ausgewogene Ernährung der Rinder wird großer Wert gelegt.

Wussten Sie, dass bspw. in 90 Prozent des österreichischen Schweinefleischs kein Tierwohl und kein Umweltschutz wie Zugang zu Auslauf oder gentechnikfreier Fütterung drinstecken? Konsumenten können das jedoch auf den ersten Blick nicht erkennen, denn in der Werbung oder auf den Produkten selbst wird gerne suggeriert, dass es sich um besonders tierfreundliche oder nachhaltige Ware handelt.

Das allseits so beworbene AMA Gütesiegel sagt übrigens nichts über das Tierwohl aus – es gibt lediglich Aufschluss über die Herkunft des Tiers, nicht jedoch über den Umgang mit ihm. Und selbst Marken wie „Natur-pur“, „ja!-natürlich“ oder „Zurück zum Ursprung“ verpflichten bspw. nicht zum freien Zugang zur Weidefläche bzw. verbietet nicht die CO2-Betäubung vor Schlachtung.

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Tiertransportfrei
Tiertransportfrei

Kennen Sie noch die Bilder in den Medien kurz bevor Corona medial alles überschattete und noch bevor der Deutsche Fleischskandal erneut die Frage aufwarf, wie es soweit kommen konnte, dass einige wenige Fleischkonzerne den Hals nicht vollbekommen können?

Es ging damals um die österreichischen und zum Teil deutschen Stier-Kälber, die zur Mast und anschließend zur Schlachtung nach Tunesien, Marokko und manche sogar bis in den Iran lebend unter unfassbaren Bedingungen transportiert wurden, um dort auf bestialische Art religiös, aber oft inkompetent und mit falschem Werkzeug auf der Straße geschächtet zu werden? Weitere Details möchten wir Ihnen an dieser Stelle ersparen, gingen damals aber durch Mark und Bein. Falls Sie diese Bilder noch irgendwo im Hinterkopf abgespeichert haben, dann können Sie verstehen, weshalb wir uns der Tiertransportfreiheit in den letzten Tagen und Stunden des Tierlebens verschrieben haben. Je nach Lieferant und Hof-Philosophie (Kälbin/Färse oder bspw. Oma-Kuh) kommt es natürlich darauf an, ob am selben Hof, wo das Tier die meiste Zeit seines Lebens verbracht hat, auch geschlachtet werden kann.

Denn von Geburt an sorgen sich die Biobauern um ein würdevolles Leben ihrer Tiere. Diese Verantwortung endet für unser Selbstverständnis erst nach der Schlachtung. Deshalb sorgen wir dafür, dass den Tieren beim Schlachten jeglicher Stress erspart und ihre Würde bis zum letzten Atemzug gewahrt bleibt - das ist uns eine ganz besondere Herzensangelegenheit!

Die Kühe werden ausschließlich am Hof in ihrem gewohnten Lebensumfeld geschlachtet. Deshalb ermöglicht ein direkt an die Weide und den Stall angrenzendes Schlachthaus die dafür nötigen Anforderungen. Erst die stressfreie Schlachtung schafft durch die Abwesenheit von Stresshormonen und den dadurch hohen Kohlehydratgehalt im Fleisch die Voraussetzungen für die Herstellung hochwertigster gereifter Steaks. Und das schmeckt man, denn sogar biochemische Studien über Fleischqualität beweisen, dass Fleisch von Tieren, die keinen Stress vor der Schlachtung verspürten, deutlich schmackhafter und auch gesünder ist als jenes, das bedingt durch ausgeschüttete Stresshormone deutlich zäher und ungenießbarer wird.

Daher sehen wir es als weniger problematisch an, wenn bspw. die Oma-Kuh nachdem sie ihr Schlachtalter langsam erreicht hat, Monate vor ihrem tatsächlich letzten Tag nochmals bis zu max. 150km in einen darauf ausgelegten „Seniorenheim-Hof“ gebracht wird, wo sie mit ihren Altersgenossinnen noch einige Wochen und Monate auf der Weide oder im gemütlichen Stall verbringen darf, um dort nochmals bestes Futter zu bekommen. Gnadenbrot bspw. vom feinsten Heu oder Wiesengras. Damit das Fleisch richtig saftig schmeckt, braucht es eine feine Marmorierung, also eine gute intramuskuläre Fetteinlagerung. Dieses Fett im Fleischmuskel ist das Geheimnis des intensiven Geschmacks und es sorgt dafür, dass das Fleisch nicht trocken und zäh ist. Deshalb kommen nur richtig runde, wohlernährte Kühe mit etwas mehr Fett auf den Rippen in Frage.

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